Mir ist wieder mal nix eingefallen, also gehen wir alphabetisch vor, denn Ordnung muss sein. Das Alphabet zu kennen heißt ja auch nur, dass man im Griechischunterricht nach dem zweiten Buchstaben eingepennt ist. Wer den Witz versteht darf ihn behalten.
Letzte Woche gab es ärztlich verordnete Inhalte, also ist heute B dran. Und wenn ich schon mal dabei bin, kann man ja mehrere Buchstaben verwurschteln, nämlich BCD – im Deutschunterricht hab ich erst gepennt, als wir im ABC bei Z angekommen waren und es dann um grammatikalische Feinheiten, Satzbau und den Unterschied zwischen „anscheinend“ und „scheinbar“ ging.
Wie auch immer (am Ausdruck könnte man noch feilen, und an der Stringenz der inhaltlichen roten Linie ebenso), der Künstler der Woche kommt aus Irland und heißt Chris de Burgh. Ja, genau der Typ mit dem schmalzigen Welthit von vor 40 Jahren über ein rotes Kleid – womit wir dann beim roten Faden wären.
Beginnen wir mit einem der bekanntesten Song – erschienen 1982 auf dem Album „The Getaway“ und auch als Single ausgekoppelt. Ein besonderer Erfolg im Sinne von vorderen Chartplatzierungen war es nicht (außer in Australien), aber irgendwie hört man die Nummer auch heute noch immer mal wieder im Radio, wenn auch inzwischen eher auf den „Das beste von vorgestern, der Woche davor und von kurz nach der letzten Eiszeit.“.
Das Titelstück des gleichnamigen Albums (welches eine Nummer 1 in der Bundesrepublik war) passt musikalisch genauso dazu. Es erzählt wie die meisten Songs von Chris de Burgh eine Geschichte, wobei mir in diesem Fall nicht so ganz klar ist, was das sein soll.
Aller guten Dinge sind drei, also noch ein Song aus dem gleichen Album. Die friedlichen Gewässer bestehen allerdings aus tonnenweise Schmalz, welches den Gehörgang verstopft, wenn man nicht vorsichtig ist und nach jedem Durchlauf mit ordentlich verzerrten Gitarren die Ohren freipustet.
Die schwierigsten Probleme der Informatik sind Multithreading, Variablenbenamung und off by one-Fehler. Dementsprechend nun also noch einen vierten Song aus dem Album – man könnte so langsam auch ganz dämlich fragen, warum es nicht Album der Woche war. Die Antwort ist einfach, da hatte ich zu viele andere Alben auf der Liste. Auf jeden Fall haben wir hier noch eine Poprocknummer mit eingängigem Refrain, die im Gegensatz zu meinen sonst bevorzugter Musik nicht dafür sorgt, dass die Schwiegermutter (sofern vorhanden) vorzeitig aufgrund eines Herzinfarktes vom Schaukelstuhl fällt.
The Ecstasy Of Flight (I Love The Night)
Zwei Jahre später erschien das Album „Man On The Line“. Es war eines der erfolgreichsten des Jahres, zumindest in der Bundesrepublik. Dieser Song wurde auch als Single veröffentlicht, spielte in den Charts aber keine Rolle.
Der zweite große Singlehit seiner Karriere war dieser Song aus dem 84’er Album „Man On The Line“.
Das Mixtape wäre natürlicht komplett ohne den Song mit dem roten Faden. Der erschien 1986 als Single aus dem Album „Into The Light“. Die Single war Nummer 1 in Großbritannien und auch in anderen Ecken der Welt. Andererseits kürte das Rolling Stone Magazine den Song zu einem der schlechtesten der 80er Jahre (man kann nun drüber streiten, ob sie ausnahmsweise mal recht hatten), und auch Chris de Burgh selbst ist wohl nicht unbedingt der Meinung, dass es sein bester Song sei. Aber gut, andere Bands haben auch solche Songs, die alle hören wollen, auch wenn die Band eigentlich keinen Bock mehr drauf hat.
So, genug geschwafelt, Mixtape abgehakt – jetzt Wochenende und mental vorbereiten auf die letzte Arbeitswoche vor dem hart verdienten Urlaub.

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